ABARTIGE PRAXIS UM TIERISCHE ERZEUGNISSE HERZUSTELLEN

STOPFLEBER

Foie gras ist eines der Ekel erregendsten Beispiele dafür, wie Menschen für einen vermeintlichen “Luxus” zu Tierquälerei greifen. Der Begriff “Foie gras” bedeutet wörtlich “Fettleber”. Es handelt sich dabei um die verfettete Leber männlicher Enten und Gänse, die mit enormen Mengen Futter zwangsgestopft werden, bis ihre Leber sich krankhaft weit über das normale Maß vergrößert hat. Arbeiter stoßen den Vögeln zwei- bis dreimal täglich ein Metallrohr in den Schlund und pumpen den Tieren 1000-2000g Getreide-Fett-Brei in den Magen, während die Vögel heftige Gegenwehr leisten.5,6,7 Die Rohre zerstoßen häufig den Hals der Vögel, so dass manches Tier verblutet oder unter den schmerzhaften Wunden schwer leidet. Auf manchen Farmen muss ein einzelner Arbeiter bis zu 500 Vögel dreimal täglich zwangsstopfen.8 Aufgrund dieses Zeitdrucks werden die Tiere äußerst grob gehandhabt, verletzt und ihrem Leiden überlassen.

Daunen sind die gerupften Federn von Gänsen, die für die Lebensmittelgewinnung aufgezogen werden. Das Rupfen der Federn bedeutet für die Gänse entsetzliche Schmerzen und Stress. Sie winden sich hin und her, wenn ihnen ein Rupfer vier- bis fünfmal in ihrem Leben 140 Gramm ihrer Federn ausrupft. Ein geübter Gänserupfer kann 100 Gänse pro Tag rupfen. Nach dem letzten Rupfvorgang bleiben ihnen nur fünf Wochen, in denen ihnen die Federn nachwachsen, dann werden sie durch eine Maschine geschickt, die ihnen die längsten Federn ausrupft. Von da aus geht es ab ins Schlachthaus. Eine Studie über die Herzschläge von Hühnern und ihr Verhalten hat bewiesen, dass das Herausreißen von Federn schmerzhaft für die Vögel ist. Eine andere Studie ergab, dass der Blutzuckerspiegel einiger Gänse während des Rupfens fast auf das Doppelte ansteigt. Die Daunen werden vor allem aus China, Polen, Ungarn und Frankreich importiert. In Nordamerika werden Enten und Gänse wegen ihrer Federn (und als Nahrungsmittel) gejagt und gezüchtet. Es werden auch Eiderdaunen aus den Nestern weiblicher Eiderenten gesammelt, die sich die Daunen aus der Brust rupfen, um damit ihr Nest auszupolstern und die Eier zu bedecken. Die weichen Federn einzusammeln, kann die noch nicht geschlüpften kleinen Entenküken töten. Eiderenten stehen unter Naturschutz. Ihre Daune wird daher von Hand aus den Nestern gesammelt. Ganz abgesehen von den Grausamkeiten, die mit ihrer Gewinnung verbunden sind, haben Daunen als Kaltwetter-Dämmstoff Nachteile, die synthetische Stoffe nicht haben. Daunen sind nicht nur teuer, sie verlieren auch ihre Dämmeigenschaften wenn sie nass werden, während die Isolierung, der ohne Grausamkeiten hergestellten Synthetikfüllstoffe bei jedem Wetter erhalten bleibt. Video: http://www.youtube.com/watch?v=pNmJ2jflh20

MERINOWOLLE

Wolle: Verstrickt in Tierquälerei

Stand: April 2013

Es handwerkelt in deutschen Cafés und Stuben. Kreatives Stricken ist seit einigen Jahren wieder im Kommen und immer mehr junge Menschen nehmen selbst die Maschen auf, um reihenweise Schals, Socken oder ganze Pullover herzustellen. Warum jedoch für Schafe und andere Tiere der Spaß bei der Wollgewinnung aufhört, erklärt PETA bei einer Reise um den Globus.

Grausames Mulesing in Australien © Patty Mark ALV

Grausames Mulesing in Australien © Patty Mark ALV

Die Tiere hinter dem Wollknäuel
Weltweit produziert Australien die meiste Schafwolle, noch vor China und Neuseeland. Deutsche Wolle wird hingegen meist nach der Schur entsorgt, weil sich für die wenig qualitative Wolle von Schafen aus der hiesigen fleischproduzierenden Agrarindustrie keine Abnehmer finden lassen.

In Australien werden speziell für die Wollproduktion Millionen von Merinoschafen mit sehr faltiger Haut gezüchtet, damit ihnen noch mehr Haare wachsen. In warmen Regionen werden die Merinos häufig von Fliegen befallen, deren geschlüpfte Larven die Schafe anschließend qualvoll von innen auffressen. Doch anstatt weniger faltige Schafe zu züchten, schneiden australische Farmer den Lämmern beim sogenannten „Mulesing“ tellergroße Hautstücke von ihrem Hintern – meist ohne Betäubung.

Bei der stressigen Schur im Akkord werden jedoch nicht nur Schafe häufig geschnitten und verletzt; auch Alpakas, Angora-Kaninchen oder Cashmere- und Mohair-Ziegen werden schmerzhaft fixiert und ihrer Wolle beraubt. Bei nachlassender Wollproduktion werden die Tiere an Schlachtereien in aller Welt verkauft, wo ihnen die Kehle durchgeschnitten wird. Besonders rücksichtlos ist hierbei der wochenlange Lebendexport von australischen Merinoschafen in die Türkei und den Nahen Osten, den Tausende Tiere aufgrund von ansteckenden Viruserkrankungen, eitrigen Infektionen oder Erschöpfung und sengender Hitze an Bord nicht überleben.


Achtung: gesundheitsschädliche oder reizende Stoffe! © DrTorstenHenning/Wikipedia.org

Achtung: gesundheitsschädliche oder reizende Stoffe! © DrTorstenHenning/Wikipedia.org

Gefährliche Rückstände im Wollschal?
Riesige Schafherden sind aufgrund der benötigten Flächen, der Wasserverschmutzung und des Futterbedarfs nicht nur ein Problem für Umwelt und Klima, sondern auch ein idealer Lebensraum für viele Insekten, weshalb ganze Herden mit Pestiziden eingesprüht werden. Im Nachhinein wird die gelagerte Wolle mit Mottenschutzmitteln, wie dem Pestizid Permethrin, behandelt. Besonders kritisch bewertete die Zeitschrift Öko-Test im November 2012 die fast in jeder Wolle enthaltenen halogenorganischen Verbindungen, die als allergieauslösend, eiweißverändernd oder gar krebserregend gelten. Diese chemischen Konservierungsmittel sollen die Wolle vermutlich „maschinenwaschbar“ machen. Wer möchte ernsthaft einen Babystrampler aus solcher Merinowolle stricken?



Was Sie tun können

Wer sich nicht in Tierquälerei verstricken möchte, kann sich für Garne aus pflanzlichen und synthetischen Materialien entscheiden. Baumwolle, Leinen, Soyaseide, Hanf oder Viskose aus Bambus gibt es in großer farblicher Auswahl. Oft werden diese Materialien auch mit Polyacryl oder Polyamid verwoben*. Fragen Sie einfach im Handarbeitsladen Ihres Vertrauens nach und geben Sie die Informationen in Ihrem Freundeskreis oder bei der nächsten Strickparty weiter. Mehr Tipps zu veganer Kleidung finden Sie im PETA-Shopping-Guide.

*Eine Autofahrt oder die Zucht eines Schafes verursachen weitaus mehr CO₂-Emissionen und Umweltschäden als synthetische Materialien auf der Grundlage von Erdöl. Bio-Baumwolle oder Bio-Viskose sind in der Ökobilanz und beim Tierschutz top!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0